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Dohrener Thieben erfüllt sich den Baseball-Traum in den USA
Der 18-Jährige erfüllt sich einen Kindheitstraum. Er unterschrieb beim MLB-Klub Seattle Mariners. Seine Karriere begann im beschaulichen Dohren.
Regensburg. Als Daniel Thieben das Trikot der Mariners stolz in die Kamera hielt, überragte der 18-jährige Dohrener Bob Engle locker um Haupteslänge. Der 1,93-m-Schlaks hatte sich gerade einen Kindheitstraum erfüllt und dem eigens angereisten Vize-Präsidenten des MLB-Klubs aus Seattle einen Profivertrag in der nordamerikanischen Baseball-Profiliga unterschrieben. „Ich kann es noch gar nicht realisieren“, sagte der Pitcher in Regensburg.
Bis zu sieben Jahre hat der Youngster jetzt Zeit, um den Weg durch die unterklassigen Minor Leagues bis hin zur MLB zu bewältigen. So lange gilt der Vertrag von Thieben, der durch seinen Körperbau über eine optimale Hebelwirkung verfügt, den Ball auf Höchstgeschwindigkeit zu beschleunigen. Die Zeit bis zu seiner Abreise wird Thieben im Sportinternat Regensburg nutzen, um sich auf seine erste Saison als Profi vorzubereiten. Dazu schicken die Mariners extra einen Pitching Coach in die Talentschmiede in der Oberpfalz.
So richtig real fühlt sich der bevorstehende Karrieresprung für Thieben noch nicht an. „Ich denke, es wird mir erst mit der Zeit bewusst werden, was ich geschafft habe.“ Die Auswahl des richtigen Klubs hat sich Thieben nicht leicht gemacht. „Ich habe mich zusammen mit meinen Eltern letztendlich für Seattle entschieden, da der Stellenwert von europäischen Spielern in der Organisation höher ist als bei anderen“, sagte der Norddeutsche.
Seine Karriere begonnen hat Thieben bereits mit vier Jahren bei den Wild Farmers Dohren in Niedersachsen. „In unserem Dorf war Baseball bekannter als Fußball“, sagte der Neu-Profi. In Dohren reifte der in Buchholz geborene Jungspund zum Bundesliga-Spieler und bestritt in jungen Jahren sieben Erstliga- und zwölf Zweitliga-Partien, ehe er sich in diesem Frühjahr dem Baseball-Internat des deutschen Meisters Regensburg Legionäre anschloss.
An eine Karriere als Profi in den USA glaubte Thieben vor ein paar Monaten noch nicht. „Als Martin Brunner (Leiter des Sportinternats in Regensburg, d. Red.) mit mir gesprochen hat, wollte er mir einreden, dass ich es schaffen kann, aber selbst habe nicht daran geglaubt“, sagte das Supertalent: „Dann bin ich ins Internat gewechselt und alles ging ziemlich schnell und die ersten Angebote kamen.“
Dass er zu einem herausragenden Spieler gereift ist, stellte der Rechtshänder auch vor ein paar Wochen bei der Weltmeisterschaft in Panama unter Beweis. Dort gab Thieben sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft und bestand seine Feuertaufe auf höchstem Niveau. Für seine erste Saison als Profi in den USA hat sich der Senkrechtstarter keine allzu hohen Ziele gesteckt. „Ich hoffe, ich kann mich gut eingewöhnen und werde eine gute erste Saison haben. Mein Hauptziel ist es, erst mal gesund bleiben“, sagte Thieben.
Hilfe bei der Anpassung kann er sich bereits zu Hause holen. Max Kepler, der vor zwei Jahren für die Vertragsunterzeichnung bei den Minnesota Twins ein Rekordhandgeld von 800.000 US-Dollar kassiert hatte, verbringt den Winter ebenfalls in Regensburg. „Ich konnte schon während der WM viel mit Max sprechen. Ich denke, er kann mich noch ein wenig mehr darauf vorbereiten“, sagte Thieben. Eine ungefähre Vorstellung vom Start seiner Profi-Karriere hat Thieben bereits: „Wir werden zunächst viel trainieren und ich wohne wahrscheinlich vorerst im Hotel.“ (sid)
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